GORLEBEN-CHRONIK

Das Jahr 1974

Erste bundesweite Endlagersuche

Die Standortsuche für ein Atommülllager beginnt. Das Credo: So lange die Anlage genug Platz hat und niemanden stört, ist alles gut. Der Standort Gorleben taucht - neben vielen anderen - auf.


Die sozialliberale Bundesregierung erteilt 1974 der Kernbrennstoff-Wiederaufarbeitungs-Gesellschaft mbH (KEWA) den Auftrag, einen Standort für ein Entsorgungszentrum zu suchen.

Den Job übernahmen die Geologen Gerd Lüttig und Rudolf Wagner im Auftrag der Kernbrennstoff- Wiederaufbereitungsgesellschaft (KEWA). Geologische Fragen waren dabei nur ein Teil des Kriterienkataloges. Stattdessen ging es nicht zuletzt darum, dass für das Nuklearstädtchen genug Fläche zur Verfügung stand - möglichst weitab von anderen Wirtschaftszweigen wie Landwirtschaft oder Tourismus. So lange die Anlage genug Platz hatte und niemanden störte, war alles gut, so das Credo.

Quelle: Greenpeace, Gorleben Akten

Januar

02.01.1974

Im Ratskeller in Lüchow treffen sich 30 Lüchow-Dannenberger:innen zur Gründungsversammlung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) (Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. als gemeinnützigen Verein gründete sich am 2. März 1977).
Quelle: EJZ vom 5.1.2024

04.01.1974

In der Elbe-Jeetzel-Zeitung erscheint eine kleine Notiz: die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) sei offiziell gegründet worden.
Quelle: EJZ vom 5.1.2024

Dezember

Veröffentlichung des KEWA-Berichts "Ermittlung mehrerer alternativer Standorte in der Bundesrepublik Deutschland für eine industrielle Kernbrennstoff-Wiederaufarbeitungsanlage". Bundesweit sind 26 Standorte identifiziert, dazu gehören Gorleben (Salzstock), Uchte (Salzstock), aber auch andere Gebiete in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz.

Die ganze Geschichte: