PROJEKTE UND FÖRDERUNGEN

Eine Auswahl unserer Projekte der letzten Jahre

Werkstatt der Bewegung und Partizipation

In 2023 und 2024 erhielt das Gorleben Archiv Fördermittel vom Landesverband Soziokultur Niedersachsen, um Projekte zur kulturellen Teilhabe umzusetzen. Ziel dieses Förderprogramms ist es, die „demokratiebildende Kulturarbeit vor Ort“ weiter stärken. Unter der Überschrift „Werkstatt der Bewegung und Partizipation“ möchten wir zukünftig durch eigene interaktive Projekte darauf hinwirken, das im Gorleben Archiv dokumentierte Wissen noch stärker in die Gegenwart zu transferieren, mit aktuellen Themen zu verknüpfen und für die nachfolgenden Generationen nutzbar zu machen. Über die konkreten Vorhaben werden wir auf unserer Webseite laufend informieren.

frauenORTE Niedersachsen

Marianne Fritzen

In 2021 wurde Lüchow zum „FrauenORT Marianne Fritzen“ benannt und damit an die die 2016 verstorbene Vorkämpferin gegen die Atomenergie und für gewaltfreien Widerstand erinnert. Die frauenORTE Niedersachsen sind eine Initiative des Landfrauenrates Niedersachsen und wollen die vorbildlichen Lebensleistungen von Frauen sichtbar machen. Realisiert wurde das Projekt vom Gorleben Archiv in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Samtgemeinde Lüchow, der Stadt Lüchow und der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.

"AUF MARIANNE FRITZENS SPUREN"

Geocaching Rundgang in Lüchow

goec2

Anlässlich der Benennung von Lüchow zum FrauenORT Niedersachsen wurde auch der vom Gorleben Archiv entwickelte Geocaching-Rundgang „Auf Mariannes Spuren“ eingerichtet, um zentrale Punkte des politischen Engagements von Marianne Fritzen innerhalb der Stadt Lüchow abgehen zu können. An jeder Station sind über QR-Codes Bilder, Filme oder Audiodateien zugänglich, die über Marianne Fritzens Verbindung zu diesem Ort informieren.

Im Rahmen des FrauenORTES Marianne Fritzen schreiben das Gorleben Archiv und die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Lüchow alljährlich einen Plakatwettbewerb aus, der Jugendliche zu einem kreativen und politischen Blick auf ihre Umgebung anregen will. 2021 lautete das Thema „Umwelt- und Klimaschutz“, 2022 ging es um „Mobilität“ und 2023 um „Nachhaltige Ernährung“.

HÖRSTÜCK

Von Träumen und dem Paradies – das Hüttendorf 1004

In Zusammenarbeit mit Dirk Drazewski hat das Gorleben Archiv ein Hörstück mit aktuellem Bezug aufgenommen.

Auszüge aus Erlebnisberichten von Pastor:innen, Demonstrant:innen und Polizist:innen, die ihre Gedanken und Einschätzungen 1980 während der 33 Tage der Bohrplatzbesetzung auf 1004 verschriftlicht haben. Menschen, die im Hüttendorf gelebt und dessen Räumung miterlebt haben.

In den Monaten nach der Räumung 1980 erreichten diese Berichte und Tagebucheintragungen u.a. die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg und später das Gorleben Archiv – Gedanken über Hoffnungen, Konflikte und zerplatzte Träume.

Eingelesen wurden die Texte von Jeannette Arndt, Uschel Pehlke, Gero Wachholz, Stephan Wichert von Holten, Margie Kube, Torben Klages und Hauke Stichling-Pelke. Regie: Dirk Drazewski. Produktion: Gorleben Archiv e.V.

BÜRGERDIALOG KERNENERGIE

Das Gorleben Archiv beteiligte sich von 2020 bis Ende 2023 an einem großen Forschungsprojekt über den „Bürgerdialog Kernenergie“ (1974–1983), der Mitte der 70er Jahre als Reaktion auf den wachsenden Widerstand in der Bevölkerung vom damaligen Bundesforschungsminister Matthöfer gestartet wurde. Dieses bisher kaum untersuchte Kapitel in der Geschichte der deutschen Atompolitik wurde nun mit Beteiligung des Gorleben Archiv wissenschaftlich aufgearbeitet. Initiiert wurde das Vorhaben vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Ziel war es, die Entstehung und Durchführung des „Bürgerdialog Kernenergie“ sowie seine Wirkungen in der Politik und Zivilgesellschaft zu dokumentieren und zu analysieren und daraus für das heutige Standortauswahlverfahren zu lernen. Die Arbeit ist inzwischen abgeschlossen und wird demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt.

Archäologische Erforschung der Freien Republik Wendland

Die Archäologische Erforschung der Freien Republik Wendland – ein inzwischen abgeschlossenes Projekt aus dem Fachbereich Zeitgeschichtliche Archäologie, bei dem das Gorleben Archiv als Kooperationspartner fungierte – sorgte 2017 für großes Medieninteresse. Der Archäologe Attila Dézsi untersuchte Im Rahmen eines Promotionsstipendiums der Universität Hamburg die Hinterlassenschaften der Freien Republik Wendland auf der Bohrstelle 1004. Dabei konnte er u.a. auf den Fotobestand unseres Archivs zurückgreifen. Auf einer Abschlussveranstaltung wurden später die Fundstücke der lokalen Öffentlichkeit präsentiert und mit Wissenschaftlern über die Bedeutung und Ziele dieses relativ neuen Forschungszweigs diskutiert.

GruppenfotoGrabung2018_cDezsiZiegler

WEITERE PROJEKTE

  • Digitalisierung von Artikeln, Leserbriefen und Anzeigen der Elbe-Jeetzel-Zeitung (EJZ) zum Gorleben-Konflikt aus 40 Jahren: Diese einzigartige und fast lückenlose Pressedokumentation von Marianne Fritzen wurde durch eine Projektförderung des Lüneburgischen Landschaftsverbandes (LLV) unterstützt.

 

  • Der Rotary Club Lüchow-Dannenberg hat es uns ermöglicht, fast 300 alte Ton- und Kassettendokumente zu digitalisieren und damit vor dem sicheren Verfall zu retten.

 

  • Mit Projektmitteln des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und einer Unterstützung des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds (BGV) sowie der Verbundzentrale (VZG) konnten wir einen großen Teil unserer rund 600 Exemplare umfassenden Plakate-Sammlung zum Thema Gorleben digitalisieren und mit Legenden versehen. Über die Webseite des Kulturerbe Niedersachsen sind die Plakate auch öffentlich zugänglich.

 

  • Die Umweltstiftung Greenpeace unterstützt uns seit vielen Jahren regelmäßig durch die Förderung unterschiedlicher Projekte etwa in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit oder Zeitzeugen-Interviews.

 

  • Mit Unterstützung des Lüneburgischen Landschaftsverbandes LLV und in Kooperation mit Wissenschaftler:innen der Leibniz Universität Hannover wurde 2017 ein Rahmenkonzept zur Zukunft des Gorleben-Archivs erarbeitet mit Vorschlägen für eine nachhaltige Finanzierung, Träger- und Netzwerkstruktur. Ziel ist der Aufbau des Archivs zu einem Ausstellungs-, Bildungs-, Dokumentations- und Forschungsort. (dazu hier mehr)

 

  • Die Stiftung Atomerbe hat 2021 die laufende Arbeit an der Gorleben-Chronik finanziell unterstützt, sodass dieses viel genutzte Angebot unseres Archivs inhaltlich ergänzt und durch Bildserien und Video-Sequenzen erweitert werden konnte.