Fundstück
Zum wiederholten Mal ist die Eisenbahnbrücke bei Seerau das Ziel von Protesten. Am 3. Dezember 2000 haben sich unter die ca. 600 Demonstrant_innen auch zahlreichen „Nikoläuse“ gemischt. Sie wollen dem Protest gegen den Abriss der denkmalgeschützten Brücke himmlischen Support zu geben. An anderer Stelle haben Bauern mit Hilfe von Treckern, Förderbändern und Pontons eine Behelfsbrücke…
Im Oktober / November vor 21 Jahren spitzte sich der Streit um Gorleben erneut zu. Ein weiterer Castorzug war für November angekündigt worden, seit ein paar Wochen liefen die Vorbereitungen im Wendland auf Hochtouren: Während BGS-Beamte die Bahnstrecke kontrollierten, bereiteten sich 50 Pastor:innen und Diakon:innen mit einem „Mediations-Training“ auf die erwarteten Konfrontationen von Atomkraftgegner:innen und…
Kurz nachdem der große Waldbrand zwischen Trebel und Gorleben 16 Quadratkilometer verbrannte Erde hinterlassen hatte, machten sich Aktivisten daran, das Gelände wiederaufzuforsten. Mehrere Frühjahre hintereinander bepflanzte die sog. „Gruppe Platz“ gemeinsam mit Atomkraftgegner:innen u.a. aus Göttingen, Bremen, Braunschweig und Berlin das Areal mit jungen Bäumen. Wie aber sollten die Setzlinge in dem trockenen Sandboden anwachsen…
Unser tonnenschweres Fundstück stammt von einem Scheunenboden. Es handelt sich um eine „echte“ Blockade-Pyramide, die irgendwann vor 2011 entstanden sein muss. Eingesetzt wurde sie nie, sie diente laut gut informierten Menschen als „Backup“. Wenn also eine erste Blockade-Aktion nicht geklappt hätte, wäre diese Pyramide zum Zuge gekommen… Zum ersten Mal auf wendländischen Straßen gesichtet wurden…
„…sein Feuer hat paar Wälder hinter Gorleben zerstört, mein Gott, kam der gelegen, dieser Brand …“, sang der Liedermacher Walter Moßmann in seinem „Lied vom Lebensvogel“ 1978. Er meinte damit, dass der große Waldbrand, der im August 1975 – heute vor 50 Jahren – eine 16 Quadratkilometer große Brachfläche zwischen Gorleben und Trebel hinterließ, der…
Atomkraftgegner schlagen Deal über 26 Mio DM aus. Zwischen Januar und April 1978 versuchte die „Deutsche Gesellschaft zur Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen mbH“ (DWK) als Betreiberin des damals noch geplanten „Nuklearen Entsorgungszentrums Gorleben“, mit umstrittenen Methoden mehr als zwölf Quadratkilometer Land über dem Salzstock zu kaufen. Betroffene Bürger:innen und Atomkraftgegner:innen wurden bespitzelt und eingeschüchtert. Selbst der…
Am 4. Juni 1980, 9.50 Uhr fällt die erste Hütte. 3.500 Beamte*innen von Polizei und Bundesgrenzschutzes räumen mit Hilfe von Planierraupen, Wasserwerfern und einer Armada von BGS-Hubschraubern das Hüttendorf 1004. Die sogenannte „Republik Freies Wendland“ war am 3. Mai im Rahmen einer Großdemonstration von ca. 5.000 Atomkraftgegner*innen aus Protest gegen die Einrichtung der „Tiefbohrstelle 1004“…
Ankunft des 1. Castors in Gorleben Am 25. April vor 30 Jahren wurde in Gorleben der 1. Castorbehälter eingelagert. Kein Datum zum Jubeln, aber dennoch ein ermutigender Anlass zum Feiern. Denn: die Einlagerung erfolgte ganze zehn Jahre (!) nach Erteilung der Betriebsgenehmigung. Immer wieder konnten Transport und Einlagerung verhindert werden. Zehn Jahre lang hieß es:…
Ostern 1980, in der Nacht zum 8. April bereiteten rund 1.500 Frauen aus dem In- und Ausland der Polizei an der Tiefbohrstelle 1003 in Gorleben eine unruhige Nacht. Mit Marmeladeneimern und Waschmaschinen-Trommeln erzeugten sie ein ohrenbetäubendes Klappern, Pfeifen und Getöse, das um Mitternacht durch den Gorlebener Forst dröhnte. Als dann noch schauriges Wolfsgeheul angestimmt wurde,…
Beim Einwerben von Spendengeldern musste die BI schon immer fantasievoll sein. Als schmächtiger ‚David‘ stand sie doch einem übermächtigen Pakt aus Politik und Atomindustrie gegenüber: ‚David gegen Goliath‘. Nicht umsonst hat das Gorleben-Archiv das gleichnamige Plakat von Irmhild Schwarz zu seinem Mottobild gemacht. „Schutzbriefe“ zur Finanzierung von Prozessen 1981 hatten sechs EinwohnerInnen aus der näheren…