Fundstück
Ein Ausweis für „Latscher“ und „Singer“, „Berufsdemonstranten“, „Spinner“ und andere. Anfangs trotzige Selbstbehauptung, später begehrtes Sammlerobjekt. Den Impuls zur Idee der „DEMOCARD“ lieferte ausgerechnet der Grüne Jürgen Trittin: In einem Brief vom Januar 2001 hatte er den Widerstand im Wendland aufgefordert, auf Blockaden der Castor-Transporte zu verzichten. Grundsätzlich habe er nichts gegen „Sitzblockaden, Latschdemos oder…
Über die Routiniertheit der Besetzer und Besetzerinnen staunt auch die Polizei. Kaum haben am 1. Februar 1990 mehrere hundert Demonstranten das Gelände der geplanten Pilotkonditionierungsanlage (PKA) besetzt, stehen auch schon die ersten Hütten. Einen Tag später ist das Widerstandsdorf auf 60 Hütten angewachsen. „Ein Hauch von Republik Freies Wendland“ weht durch den Gorlebener Tann“, heisst…
Zur Erinnerung: nach dem Hannover-Treck in 1979 („Albrecht, wir kommen!“) hatte Ministerpräsident Ernst Albrecht die WAA-Pläne in Gorleben-Pläne als „Politisch nicht durchsetzbar“ bezeichnet – um drei Jahre später Dragahn als neuen WAA-Standort aus dem Hut zu zaubern. Das gestaffelte Protest-Konzept von ‚Zehn – Hundert – Tausend‘ sollte vor allem eine Aktion aus dem Wendland (+…
Zum wiederholten Mal ist die Eisenbahnbrücke bei Seerau das Ziel von Protesten. Am 3. Dezember 2000 haben sich unter die ca. 600 Demonstrant_innen auch zahlreichen „Nikoläuse“ gemischt. Sie wollen dem Protest gegen den Abriss der denkmalgeschützten Brücke himmlischen Support zu geben. An anderer Stelle haben Bauern mit Hilfe von Treckern, Förderbändern und Pontons eine Behelfsbrücke…
Im Oktober / November vor 21 Jahren spitzte sich der Streit um Gorleben erneut zu. Ein weiterer Castorzug war für November angekündigt worden, seit ein paar Wochen liefen die Vorbereitungen im Wendland auf Hochtouren: Während BGS-Beamte die Bahnstrecke kontrollierten, bereiteten sich 50 Pastor:innen und Diakon:innen mit einem „Mediations-Training“ auf die erwarteten Konfrontationen von Atomkraftgegner:innen und…
Kurz nachdem der große Waldbrand zwischen Trebel und Gorleben 16 Quadratkilometer verbrannte Erde hinterlassen hatte, machten sich Aktivisten daran, das Gelände wiederaufzuforsten. Mehrere Frühjahre hintereinander bepflanzte die sog. „Gruppe Platz“ gemeinsam mit Atomkraftgegner:innen u.a. aus Göttingen, Bremen, Braunschweig und Berlin das Areal mit jungen Bäumen. Wie aber sollten die Setzlinge in dem trockenen Sandboden anwachsen…
Unser tonnenschweres Fundstück stammt von einem Scheunenboden. Es handelt sich um eine „echte“ Blockade-Pyramide, die irgendwann vor 2011 entstanden sein muss. Eingesetzt wurde sie nie, sie diente laut gut informierten Menschen als „Backup“. Wenn also eine erste Blockade-Aktion nicht geklappt hätte, wäre diese Pyramide zum Zuge gekommen… Zum ersten Mal auf wendländischen Straßen gesichtet wurden…
„…sein Feuer hat paar Wälder hinter Gorleben zerstört, mein Gott, kam der gelegen, dieser Brand …“, sang der Liedermacher Walter Moßmann in seinem „Lied vom Lebensvogel“ 1978. Er meinte damit, dass der große Waldbrand, der im August 1975 – heute vor 50 Jahren – eine 16 Quadratkilometer große Brachfläche zwischen Gorleben und Trebel hinterließ, der…
Atomkraftgegner schlagen Deal über 26 Mio DM aus. Zwischen Januar und April 1978 versuchte die „Deutsche Gesellschaft zur Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen mbH“ (DWK) als Betreiberin des damals noch geplanten „Nuklearen Entsorgungszentrums Gorleben“, mit umstrittenen Methoden mehr als zwölf Quadratkilometer Land über dem Salzstock zu kaufen. Betroffene Bürger:innen und Atomkraftgegner:innen wurden bespitzelt und eingeschüchtert. Selbst der…
Am 4. Juni 1980, 9.50 Uhr fällt die erste Hütte. 3.500 Beamte*innen von Polizei und Bundesgrenzschutzes räumen mit Hilfe von Planierraupen, Wasserwerfern und einer Armada von BGS-Hubschraubern das Hüttendorf 1004. Die sogenannte „Republik Freies Wendland“ war am 3. Mai im Rahmen einer Großdemonstration von ca. 5.000 Atomkraftgegner*innen aus Protest gegen die Einrichtung der „Tiefbohrstelle 1004“…