FUNDSTÜCK DES MONATS

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Tag X1

Seit 31 Jahren lagert nun schon hochradioaktiver Atommüll im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Im April 1995 rollte der erste Castorbehälter nach Gorleben. Absender: das baden-württembergischen Atomkraftwerk Philippsburg-2. Die gesamte Transportstrecke ist Ziel von Anschlägen und Protesten. Ca. 2.000 Atomkraftgegner:innen im Wendland, ca. 4.000 bundesweit, leisten erbitterten Widerstand. Insgesamt sind 15.000 Polizisten im Einsatz, es ist der umstrittenste und teuerste Atommülltransport – und der größte Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik. Dieser erste Castor-Transport kostet den Steuerzahler ca. 55 Millionen Mark, also etwa 100.000 DM je km.

„Wir werden auch den nächsten Castor-Transport so teuer machen“, prophezeit ein Bauer den Heerscharen angereister Journalist:innen in Gorleben. „Und den nächsten.“

Das hat geklappt. Der nächste Castor kam 1996 – und war schon deutlich teurer. Der letzte, längste und teuerste Transport nach Gorleben rollte 2011 – für 33,5 Millionen Euro.

2036 endet die Genehmigung zur Lagerung des Atommülls im Zwischenlager Gorleben. Weil es kein „Endlager“ für den Atommüll gibt, plant der Betreiber eine Verlängerung der Lagerzeit auf möglicherweise 100 weitere Jahre – ohne bauliche Ertüchtigungen der „Kartoffelhalle“. Für größtmögliche Sicherheit über diesen langen Zeitraum engagiert sich die BI Lüchow-Dannenberg.

Foto: G. Zint

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