Mitgliederversammlung in Zeiten der Pandemie: „Was wir im Gorleben Archiv machen, wird noch stärker in den Fokus rücken“

Trotz Corona hat das Gorleben Archiv seine Jahreshauptversammlung Ende Oktober 2020 doch noch abhalten können. Immerhin zwanzig Mitglieder folgten der Einladung des Vereins in die Aula der Freien Schule in Grabow, wo die Abstandsregeln problemlos eingehalten werden konnten. Zu Beginn bezeichnete die Vorstandsvorsitzende Gabi Haas das Aus für ein Endlager in Gorleben als einen Erfolg der wendländischen Protestbewegung und eine wichtige Zäsur. „Was wir hier im Gorleben Archiv machen, wird noch stärker in den Fokus rücken. Wir müssen das Wissen um den Gorleben-Konflikt bewahren und weitergeben“, sagte Haas. In ihrem Rückblick auf das Jahr 2019 hob sie vor allem zwei erfolgreiche und öffentlichkeitswirksame Projekte hervor: Die Ausstellung „Der Gorleben-Treck – 40 Jahre danach“, die zunächst in Lüchow gezeigt wurde und später nach Hamburg, Uelzen und Stade wanderte, wo sie wegen der Pandemie zurzeit pausieren muss. Außerdem der im Dezember 2019 fertiggestellte Begleitband „Mein lieber Herr Albrecht!“, der sich so gut verkaufte, dass dem Gorleben Archiv unterm Strich keine zusätzlichen Kosten entstanden sind.

Daran anknüpfend wurde auch über die gegenwärtigen Projekte und zukünftigen Aufgaben des Gorleben-Archivs diskutiert. Ein wichtiges Thema, das die Mitarbeiter*innen des Archivs angesichts der knappen personellen und finanziellen Ressourcen und schon länger bewegt: Inwieweit kann der Verein über die Bearbeitung des Archivguts, also seine eigentliche Kernaufgabe, hinaus noch weitergehende Projekte realisieren, um dieses Material auch für politische Bildung nutzbar zu machen? Zu dieser Frage ist für das kommende Jahr eine Grundsatzdebatte geplant. Am Ende einer lebhaften und teilweise auch kontroversen Diskussion wurde der alte Vorstand, bestehend aus Gabi Haas, Konni Ganßauge, Wolf Römmig, Hans-Werner Zachow und Wolf-Rüdiger Marunde, ohne Gegenstimmen wiedergewählt.

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