Prof. Klaus Duphorn

Aussagen kritischer Wissenschaftler zum Thema Gorleben wurden in den zahlreichen Anhörungen grundsätzlich als unqualifiziert abgetan. Dabei schreckte man vor Verunglimpfung unliebsamer Professoren nicht zurück. So erging es auch dem Geologen Prof. Klaus Duphorn vor vielen Jahren. Nach der Standortbenennung Gorlebens wurde er von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) beauftragt, ein Gutachten zur Erkundung der hydrogeologischen Verhältnisse und der Geologie der Deckschichten über dem Salzstock zu erstellen.

Doch seine Beurteilung fand bei den Betreibern keinen Anklang. Seine Expertise mündete in zehn Thesen, die alle mit den Worten begannen: „Wir können nicht für einen Salzstock plädieren …“

Sie gipfelten in dem Abschlusssatz: „…können wir nur einen Ratschlag geben: Erkundung anderer Lagerstätten.“

Duphorn kam zu der Erkenntnis , der Salzstock sei für radioaktive Abfälle völlig ungeeignet. Dies entwickelte sich zu einer ernsthaften Gefahr für seine wissenschaftliche Reputation. Die PTB und das Bundesministerium für Forschung und Technologie werteten die Ergebnisse als bloße Behauptungen, es wurden Zweifel an Duphorns Qualifikation geäußert. Der Wissenschaftler hätte darüber hinaus seine Befugnisse überschritten. Sein Auftrag wurde nicht verlängert. Man schickte ihn in die Eiswüste der Antarktis.

2010 sagte Duphorn im Gorleben-Untersuchungsausschuss aus und äußerte die Zweifel an der geologischen Eignung des Salzstocks von Gorleben als Endlager für Atommüll erneut.

erschienen in: Gorleben Rundschau 1/2.2018

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