IDAS – Motoradfahrer/-innen gegen Atomkraft

1995 gründeten Motoradfahrer/-innen im Wendland die Gruppe „Idas“, benannt nach dem gleichnamigen Helden der griechischen Mythologie: Idas erschlug seinen Cousin, den Castor, im Kampf. Sie gaben bekannt: „Wir sind eine kleine Gruppe von Menschen, die offen gegen Atomkraft (quer) stehen und dieses auch zu Castor-Transport-Zeiten öffentlich tun. Deswegen haben wir uns innerhalb der Kuhlen Wampe organisiert.“

Die Kuhle Wampe, politisch links, für Frauen und Männer – der etwas andere Motorradclub. Und so rollten bei den Demonstrationen nicht nur imposante Trecker, sondern auch rund 70 eindrucksvolle Motorräder.
Denn wenn sich 20 000 Beamt/-innen und noch einmal so viel Protestler/-innen (mit Fahrzeugen) auf einer begrenzten Fläche aufhalten, dann kann es eng werden. Alle Straßen dicht, auch wenn der Grund meist eher ein ausschweifendes Versammlungsverbot war.

Die Motorräder übernahmen während der Castor-Proteste Kurierdienste, fuhren auf den schlechtesten Feldwegen, sondierten die Lage an bestimmten Orten und beförderten auch schon mal eine Filmrolle fürs ZDF.

Beim Transport 2011 wollte eine ältere Dame aus Wustrow einen kulinarischen Beitrag für die VolXküche auf der „Esso Wiese“ leisten. Aufgrund ihres Alters konnte sie „nur“ fünf Brote am Tag backen. Jeden Morgen dufteten diese frisch gebackenen Brote auf einem Motorrad zwischen Wustrow und Dannenberg. „Idas“ und die Kuhle Wampe – Motoradfahrer/-innen gegen Atomkraft. Eine ganz schön coole Sache.

erschienen in Gorleben Rundschau 09/10.2017

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