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Flyer von 2010
zur Atomkraft


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Flyer zum
Gorleben-Archiv

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Geschichte
Wie alles anfing

"Wir haben Geschichte gemacht, als wir der Atommafia und ihren bewaffneten Dienern zeigten: So geht es nicht!"
(Robert Jungk 1987)

Wir machen Geschichte! Der Gorleben-Konflikt ist nicht „reif für´s Museum“! Wir sind mittendrin !

 


Die erste Großkundgebung 1977


Am 22. Februar 1977 benennt der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht das ehemalige Fischerdorf Gorleben im Wendland zum Standort für ein „Nukleares Entsorgungszentrum“. Mit einer Bevölkerungsdichte von 40 Einwohnern pro qkm (BRD im Vergleich 249 Ew/qkm) ragt die wirtschaftlich rückständige Region wie ein Dreieck in das Territorium der ehemaligen DDR hinein.

Regierung und Atomfirmen hoffen auf hohe Akzeptanz im „Armenhaus der Nation“. Die Planungen sind auf 12 qkm dementsprechend großzügig angelegt: Eine Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) und eine Urananreicherungsanlage sollen entstehen. Brennelemente will man herstellen und alle radioaktiven Reststoffe „konditionieren“. Als krönender Abschluss ist die Endlagerung des Atommülls im Salzstock Gorleben-Rambow vorgesehen. Während die Anti-AKW-Bewegung an den Bauzäunen von Kalkar, Grohnde und Brokdorf zu scheitern droht, entwickelt sich in Gorleben alles „anders“.

Nur wenige Tage nach der Standortbenennung gründen Gegner des gigantischen Industrieprojektes die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. Ländlicher Protest mischt sich mit der radikalen Opposition in den Städten. Der Blick von Einheimischen und Zugezogenen macht nicht Halt am wendländischen Tellerrand. Aus dem ersten Protestaufruf „Gorleben soll leben!“ entwickelt sich schnell eine umfassendere Losung, die fortan in der ganzen Bundesrepublik ihre Kreise zieht: „Gorleben ist überall!“.

Nach erfolgreicher Abwehr des ursprünglichen gigantischen Projektes stehen heute in Gorleben ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und eine Castorhalle zur Lagerung von 3.800 t hochradioaktivem Müll in Form von abgebrannten Brennelementen und Glaskokillen aus den Plutoniumfabriken im französischen La Hague und im britischen Sellafield (vormals Windscale). Eine Konditionierungsanlage zur endlagerfähigen Verpackung aller Abfälle wurde inzwischen errichtet und die Bestrebungen den unsicheren Salzstock Gorleben zum Endlager machen zu wollen, bestehen unverändert.

Hannover-Treck, Hüttendorf „Republik Freies Wendland“, Blockaden der Fasstransporte, Castortransporte – die Auseinandersetzungen um den Atomstandort Gorleben haben ihre Spuren hinterlassen: In den Biographien der beteiligten Menschen, aber auch niedergeschlagen in Dokumenten, Fotos, Filmen, etc. An keinem anderen Ort in der Bundesrepublik kämpft eine soziale Bewegung quer durch alle Bevölkerungsschichten über einen so langen Zeitraum für ihre Rechte.

Der Konflikt lässt sich nicht „managen“ – bis heute. Seine politische Sprengkraft, gerade in Sachen Demokratie und Bürgerrechte, erweist sich als aktueller denn je. Die Geschichte des Gorleben-Widerstandes gehört in unsere Hände, gerade weil die politischen und juristischen Prozesse keineswegs abgeschlossen sind.

Wir wollen ein Archiv, das über die Konservierung der Materialien hinaus vor allem jungen Menschen Anstöße zum politischen Handeln, zur Einmischung auch außerhalb von Parlamenten, gibt. Ausstellungen, Seminare und sozialwissenschaftliche Forschungsarbeiten dokumentieren einzigartige Geschichte(n) vom Widerstand und machen gleichzeitig Demokratie erlebbar.

Chronologie der Ereignisse in Stichworten
Teil 1 (1977 - 1993)
Teil 2 (1994 - 1996)


Von Anfang an sind alle Generationen vertreten.


 


Das Gorleben-Archiv bietet Material für Recherchen über die Pläne der Atomindustrie und über den erfolgreichen Widerstand.

 


Dorfgeschichte

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