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Gorleben - Chronik
Teil 1 (1977 - 1993)

1977
  • 22.02. Standortverkündung durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht
  • 12.03. Großkundgebung in Gorleben (20.000 TeilnehmerInnen)
  • 17.10. Oberverwaltungsgericht Lüneburg verfügt Baustopp für das AKW Brokdorf, der Weiterbau des AKW wird an Entsorgungsnachweise gebunden

1978

1979

  • Jan.: mobile Waldwache im Vorfeld erster Baugrunduntersuchungen (Flachbohrungen)
  • 14.03. Beginn der Bohrungen, Blockadeaktionen
  • 19.03. Bauern blockieren die Bohrfahrzeuge in ihrem Depot
  • 25. - 31.03. Treck nach Hannover; zeitgleich findet dort das "internationale Gorleben-Symposium" statt
  • 16.05. Ministerpräsident Albrecht lehnt den Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) ab, hält aber an dem atomaren Endlager fest
  • Sept.: massiver Polizeieinsatz zur Errichtung der ersten Tiefbohrstelle (1003) für die 'Erkundung' des Salzstocks Gorleben-Rambow

1980

  • 05.01. Beginn der ersten Tiefbohrung
  • Ende Jan.: Errichtung des 2. Tiefbohrplatzes (1002)
  • Ostern: Internationales Frauentreffen in Gorleben (5.000 Teilnehmerinnen)
  • 03.05. Besetzung der Bohrstelle 1004, Errichtung eines Hüttendorfes ("Freie Republik Wendland")
  • 04.06. gewaltsame Räumung von 1004, bundesweite Proteste
  • Herbst: Gerüchte, daß in Gorleben ein Zwischenlager geplant sei, verdichten sich

1981

  • 28.01. Anhörung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) zu den Zwischenlagern (Faßlager und Brennelement-Zwischenlager) in Gorleben
  • Apr.: Bundeskanzler Helmut Schmidt und Oppositionsführer Helmut Kohl besuchen das Wendland und geben den Kommunalpolitikern Rückendeckung
  • 26./27.05. Ratsentscheidung der Samtgemeinde Gartow zu den Zwischenlagern zugunsten des Antrags der DWK, gekoppelt an ein Nein zur WAA

1982

  • 27.01. Grenzbesetzung auf dem Gebiet der DDR als Protest gegen den Baubeginn des Zwischenlagers
  • April: Frauenblockade der Baustelle
  • 04.09. Tanz auf dem Vulkan, Großkundgebung am Zwischenlager (10.000 TeilnehmerInnen), militante Auseinandersetzungen
  • 01.11. die BI enthüllt Pläne zum Bau einer WAA in Dragahn

1983

  • Jan.: Fußmarsch einer Abordnung verschiedener Widerstandsgruppen nach Hannover, wo die Arche Wendland errichtet wird; der Kreistag entscheidet mehrheitlich, daß die WAA gebaut werden soll
  • 29.01. Ende des Fußmarsches; ca. 1.000 Menschen (überwiegend aus dem Wendland) demonstrieren in Hannover
  • 20.02. 300 Traktoren und 2.500 Lüchow-DannenbergerInnen demonstrieren in Dragahn
  • Mai: Besetzung des Bahnwärterhäuschens bei Dragahn, Störungen und Behinderungen der Baugrunduntersuchungen
  • 06.08. am Hiroshima-Tag demonstrieren ca. 2.000 Menschen in Dragahn gegen zivile und militärische Nutzung der Atomenergie

1984

  • März: Erörterungstermin zur Errichtung der WAA in Dragahn
  • 24.03. Menschenkette von Hitzacker bis Clenze (12.000 TeilnehmerInnen)
  • 30.04. Wendlandblockade, für 12 Stunden werden alle wichtigen Zufahrtsstraßen nach Gorleben gesperrt
  • 08.10. Tag X, erster Atommülltransport, danach andauernde Proteste und Barrikaden auf den Straßen; unter den Fässern sind auch falsch deklarierte und illegal verschobene Fässer (siehe Hanauer Uranskandal)
  • Dez.: Gewerbeaufsichtsamt verfügt Einlagerungsstopp wegen Baumängel

1985

  • 04.02. die DWK entscheidet, daß die WAA nicht in Dragahn sondern in Wackersdorf gebaut werden soll
  • 16.02. Sonderbusse aus Lüchow-Dannenberg fahren zur Großdemo nach Wackersdorf
  • 23.02. Aktionstag im Wendland, Enthüllung eines Mahnsteines
  • August: das Brennelement-Zwischenlager bleibt gerichtlich blockiert
  • Okt. nach einjährigem Einlagerungsstopp neue Atomtransporte zum Faßlager in Gorleben; Behinderungsaktionen

1986

  • 17.02. 500 Lüchow-DannenbergerInnen protestieren gegen Rodungen für die Errichtung einer Abraum- und Salzhalde, die im Zusammenhang mit dem Endlagerausbau aufgeschüttet werden soll
  • Ende Apr.: die DWK stellt den Antrag zur Errichtung einer Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben
  • 08./09.05. Endlagerspektakel in Gorleben (5.000 TeilnehmerInnen); Eltern und Kinder fordern die Stillegung aller Atomanlagen in Ost und West
  • 15.07. Biobauern besetzen das Kreishaus aus Protest gegen die Einstellung der unentgeltlichen staatlichen Meßprogramme
  • 18.09. Fest des "ersten Kübels" in Gorleben, das Abteufen des ersten Schachtes zur Errichtung des Endlagers beginnt unter Protest
  • Mitte Nov.: Staatsanwaltschaft Lüneburg erhebt Anklage gegen drei AKW-Gegner aus dem Wendland, u.a. wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung

1987

  • 29.03. 40 Trecker und 1.000 DemonstrantInnen protestieren in Gorleben gegen den geplanten Bau der PKA
  • 12.05. Schwerer Unfall im Schacht 1 in Gorleben: ein Stahlring war gebrochen und auf sechs Arbeiter gestürzt; ein Arbeiter starb
  • 23.06. 20 AtomkraftgegnerInnen besetzen das Bergamt Celle, anschließend fehlen wichtige Unterlagen, die belegen, daß der Unfall im Schacht fahrlässig zustande kam. Durch die Strafanzeige der BI und der daraus resultierenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kommt es zum Baustopp für eineinhalb Jahre
  • 22.07. Die Initiative 60 demonstriert im Umweltministerium in Hannover für einen Stop in Gorleben
  • Okt.: das Widerstandscamp in Gedelitz hat in Gorleben einen Beobachtungsturm gebaut, sie rechnen bald mit dem ersten Castor-Transport

1988

  • Jan. - März: Einwendungsfrist gegen die PKA, der Sicherheitsbericht liegt aus
  • 21./22.01. 70 Bauern blockieren mit ihren Treckern für 2 Tage das Zwischenlager. Die 'Blähfässer' sollen abtransportiert und das Lager geschlossen werden
  • 05.03. ca. 8.000 Menschen demonstrieren in Gorleben gegen die Atomanlagen und für den Ausstieg aus der Atomenergie
  • 18.03. der Grill/Licht-Bestechungsskandal wird bekannt
  • 27.03. der Kreuzweg für die Schöpfung von Wackersdorf zu Fuß nach Gorleben beginnt mit ca. 600 Menschen
  • 25.05. Erörterungstermin für die PKA in Gartow wird nach Tumulten vertagt
  • 28.05. nach 63 Tagen erreicht der "Kreuzweg für die Schöpfung" von Wackersdorf seinen Zielort Gorleben
  • 02.07. nach 7 Verhandlungstagen wird der PKA-Erörterungstermin beendet
  • 06.09. die PTB ordnet den Sofortvollzug für die Castor-Einlagerung in das Gorlebener Zwischenlager an
  • 07.09. der Landtag in Hannover (CDU/FDP-Mehrheit) stimmt dem Bau der PKA in Gorleben zu
  • 14.10. der erste leere Castor wird fast unbemerkt nach Gorleben transportiert
  • 25.10. gerichtlicher Baustop des Endlagerbergwerkes durch die Klage von Graf von Bernstorff

1989

  • 02.01. Gespräche über die Wiederaufnahme der Arbeiten an den Endlager-Schächten haben begonnen
  • 23.01. nach 20 Monaten Baustop wird weiter abgetäuft
  • 22.02. 3 Stunden Streik am Lüchower Gymnasium, weil die Bezirksregierung einen Informationstag zur Atomenergie verboten hat
  • 26.02. mit einem Anti-Castor-Sonderzug kommen 200 DemonstrantInnen aus Hamburg nach Dannenberg und fahren weiter nach Gorleben
  • 28.02. das Verwaltungsgericht in Lüneburg stoppt wenige Stunden vor dem geplanten Castor-Transport aus dem AKW Stade die geplante Einlagerung in Gorleben; auch die Beschwerde der DWK wird vom Oberverwaltungsgericht zurückgewiesen
  • 15.03. der Projekttag 'Kernenergie' findet im Lüchower Gymnasium statt
  • 13.04. Die VEBA AG läutet das Ende von Wackersdorf ein; Verhandlungen mit der COGEMA über eine Beteiligung an der WAA in Frankreich
  • 30.05. Baustop in Wackersdorf; endgültiges "Aus" für die WAA
  • 01./02.07. Aktionswochenende: "Tag und Nacht gegen die PKA"
  • 23.08. fünf leere Castor-Behälter werden zu Übungszwecken fast unbemerkt nach Gorleben gebracht
  • 07./08.10. Widerstandswochenende gegen die Europäisierung der Atomwirtschaft in Gorleben; Errichtung einer Schutzhütte auf dem Boden des Grafen von Bernstorff
  • 18.12. der Gorlebener Gemeinderat stimmt mit 5:3 für den Bau der PKA

1990

  • 10.01. im Schacht I wird in 256m Tiefe der Salzstock erreicht
  • 31.01. die atomrechtliche Teilbaugenehmigung für die PKA wird von Hannover erteilt; der Landkreis folgt mit der Baugenehmigung; die BI-Anwälte benatragen beim OVG Lüneburg den sofortigen Baustopp
  • 01.02. seit 5 Uhr morgens haben ca. 100 AKW-GegnerInnen den PKA-Wald besetzt und mit dem Hüttenbau begonnen
  • 03.02. ca. 5.000 Menschen aus Ost und West demonstrieren erstmals gemeinsam in Gorleben gegen den Bau der PKA und gegen Atomenergie in Ost und West
  • 06.02. Räumung des Hüttendorfes und Baubeginn
  • 19.02. ab 05.30 Uhr blockieren ca. 200 AtomkraftgegnerInnen die Zufahrten zum Zwischenlager und der PKA-Baustelle; am Nachmittag werden sie sehr gewalttätig vond er Polizei weggeräumt
  • 08.03. das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision von drei Klägern gegen das Endlagerbergwerk zurückgewiesen; es gibt keinen Baustop
  • 10.03. Waldspaziergang um die PKA (250 TeilnehmerInnen); der Bauzaun wird beschädigt
  • 28.03. aus Protest gegen die Entscheidung des OVG-Lüneburg zum PKA-Weiterbau ketten sich 15 Leute an die Tore des Zwischenlagers
  • 17.04. Frühstücksblockade der BI wird abgeräumt
  • 06.05. mit Hilfe von Leitern und Treppen waren 50 AKW-GegenerInnen über die Sicherungsanlagen der PKA-Baustelle geklettert
  • 07.05. ab diesem Montag finden jeden Montag Blockaden vor den Atomanlagen unter wechselndem Motto statt
  • 13.05. Landtagswahlen; im Wahlbereich Lüchow-Dannenberg gewinnt der CDU-Kandidat Grill
  • 12.06. Umweltministerin Monika Griefahn und Hannes Kempmann (Die Grünen) erklären auf einer Veranstaltung in Gorleben die niedersächsische Vorstellung vom Atomausstieg; die BI bleibt skeptisch
  • 21./22.06. 14 Leute besetzen die beiden Endlagerschächte in Gorleben aus Anlaß des Regierungsantritts in Hannover; die Bergbauarbeiten werden tatsächlich eingestellt, aber Gerhard Schröder löst in Hannover sein Versprechen zum dauerhaften Gorlebenstop nicht ein
  • 23.06. ca. 70 AtomkraftgegnerInnen beginnen in Gorleben mit Hammer und Meißel den Abbruch der Endlagermauer unter dem Motto 'irgendwann fällt jede Mauer', als die Polizei nach einer halben Stunde kommt, ist bereits alles vorbei
  • 06.08. das staatliche Gewerbeaufsichtsamt hebt die Beschlagnahmung der 1.290 in Gorleben lagernden Atommüllfässer auf; sie können jetzt zur Untersuchung nach Karlsruhe gebracht werden
  • 29.08. die Sonderkommission aus 40 Kripobeamten hat ihre Arbeit in Lüchow-Dannenberg ergebnislos eingestellt; AtomkraftgegnerInnen wurden monatelang beobachtet, abgehört und über 2.000 Personen überprüft; der Verdacht der 'Bildung einer kriminellen Vereinigung' konnte nicht erhärtet werden
  • 03.-05.09. mit einer 3-tägigen Abschlußblockade enden die seit Mai regelmäßig stattfindenden Montagsblockaden. Zweimal wird dabei von der Polizei geräumt; allerdings gerät die Polizei in Schwierigkeiten, als 600 Schafe die Blockade für einige Stunden verstärken
  • 06.09. 27 von 1.290 illegalen Fässern sind zum Abtransport geprüft und sollen abtransportiert werden
  • 28.09. nach langem juristischen Streit reißt der Landkreis die auf dem Boden des Grafen von Bernstorff errichtete Schutzhütte ab
  • 07.10. die Abtäufarbeiten in den Endlagerschächten werden eingestellt, es liegt keine gültige Genehmigung mehr vor, da 5 BürgerInnen Widerspruch eingelegt haben; die Landesregierung weigert sich, Sofortvollzug anzuordnen
  • 15.10. eine Blockade des Endlagers soll dem Baustop nachhelfen,d a dort ohne Rechtsgrundlage weitergearbeitet wird; Gerhard Schröder und Monika Griefahn verkünden am Abend in Gorleben ihre Ausstiegspläne für Gorleben
  • 11.11. zusammen mit 300 Ärzten, die bundesweit in der IPPNW organisiert sind, demonstrieren in Gorleben ca. 800 Menschen gegen die Nutzung der Atomenergie
  • 06.12. mit verkleideten Nikoläusen findet eine Blockade vor den Atomzufahrten statt

1991

  • 06.02. zum Jahrestag der PKA-Hüttendorfräumung besetzen 22 AtomkraftgegnerInnen die PKA-Baustelle
  • 20.02. das Verwaltungsgericht Lüneburg hebt den Baustop für das Endlagererkundungsbergwerk auf
  • 06.03. das niedersächsische Umweltministerium erteilt den neuen Hauptbetriebsplan für das Erkundungsbergwerk und ordnet die Einstellung der Arbeiten wegen fehlender Salzlagerstätte an
  • 19.03. bei einem Unfall im Schacht werden zwei Arbeiter verletzt
  • 25.04. das Umweltministerium ordnet über das Bergamt Celle den sofortigen Stop der Arbeiten am Endlagerbergwerk an; das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zieht dagegen vor Gericht
  • 14.06. drei Container, die auf dem Weg von Mol (Belgien) nach Belgien sind, werden vom Land Niedersachsen gestoppt und in der Lüchower Polizeikaserne untergestellt. Währenddessen blockierten ca. 200 DemonstrantInnen mit Treckern die Zufahrten in Gorleben
  • 16.06. mit einer Weisung zwingt Bundesumweltminister Klaus Töpfer das niedersächsische Umweltministerium zum Weitertransport der Container
  • 18.06. mit brutalster polizeigewalt werden die Gorleben-Blockaden abgeräumt und die Container im Zwischenlager eingelagert
  • 16.07. obwohl das Verwaltungsgericht Lüneburg die Klagen gegen die Gorlebener Rahmenbetriebspläne abweist, wird nicht weitergearbeitet, weil das Land nach wie vor die Zustimmung verweigert
  • 04.09. mit zahlreichen Blockaden vor den Toren und auf den Zufahrtswegen zur PKA-Baustelle versuchen AtomkraftgegnerInnen vergeblich die zahlreich anrollenden Betonmischer zu stoppen
  • 06.10. bei der Kommunalwahl verliert die CDU ihre absolute Mehrheit im Kreistag
  • 15.11. das Verwaltungsgericht Stade bestätigt die Dringlichkeit der Salzstockuntersuchung in seiner schriftlichen Urteilsbegründung vom 16.07.

1992

  • 02.01. Laugenzuflüsse in Schacht I stellen erneut die Eignung des Salzstockes in Frage
  • 05.02. die neue Kreistagsmehrheit beschließt eine Resolution zu Gorleben, in der PKA, Endlager und Zwischenlager gestoppt und abgebrochen werden sollen
  • 12.05. die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen der illegalen Einlagerung von Mol-Müll 1987 sind eingestellt worden
  • 11.06. die Brennelementlager Gorleben GmbH will das Castor-Lager mit mehr Aktivität und mehr Behältern füllen und beantragt dafür eine erweiterte Genehmigung
  • 23.06. der letzte der TurmbesetzerInnenprozesse endete wie die vorherigen mit einer Verfahrenseinstellung gegen Zahlung einer Geldbuße
  • 08.07. es beginnt die Auslagerung von 1.290 Fässern; sie sollen in Duisburg untersucht werden
  • 28.08. das Umweltministerium Niedersachsen behauptet, da die Standsicherheit der Schächte in Gorleben durch die Laugenzuflüsse nicht beeinträchtigt wird
  • 08.09. das Umweltministerium Niedersachsen fordert eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Erkundungsbergwerk, vorher dürfe nicht weitergetäuft werden; die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE) droht erneut mit Klage
  • 19.10. das Gorlbener Zwischenlager soll erweitert werden und der Gorlebener Gemeinderat stimmt mit 4:3 Stimmen zu
  • 23.10. Ministerin Griefahn lehnt weitere Zwischenlager in Gorleben ab
  • 20.11. in Gartow eröffnet Ministerin Griefahn die Informationsstelle Gorleben
  • 14.12. zur tatsächlichen Öffnung der Informationsstelle Gorleben erhält Ministerin Griefahn einen kleine Castor-Behälter überreicht; der Verladekran bei Dannenberg wird besetzt
  • 16.12. wegen der Blockade des Zwischenlagers werden 6 auf dem Weg von Karlsruhe nach Gorleben befindliche "Mosaikbehälter" gestoppt und im AKW Esenshamm versteckt
  • 18.12. mit ca. 300 Traktoren blockieren und protestieren die Bauern anläßlich der Eröffnung der Dömitzer Brücke gegen Atommüll und Gattabkommen

1993

  • 01.01. ca. 300 DemonstrantInnen übersteigen anläßlich eines Neujahrsempfanges am Endlager die Mauer mit Hilfe einer Holztreppe; das Bergwerksgelände wird für die nachatomare Nutzung neu verplant
  • 10.01. in Schacht I wird in 345 m Tiefe mit dem festen Schachtausbau begonnen
  • 19.01. mit massivem Polizeiaufgebot werden die beiden seit Dezember versteckten Atommüllcontainer nach Gorleben gebracht; etwa 800 PolizistInnen beseitigen die Barrikaden und räumen die 500 SitzblockiererInnen ab
  • 30.03. aus Protest gegen die Pläne zur Erweiterung des Zwischenlagers mauern 40 DemonstrantInnen das Tor des Zwischenlagers zu
  • 31.03. der Gartower Samtgemeinderat erhebt Einwendung gegen die geplante Zwischenlagererweiterung
  • 07.04. die Auslagerung des Skandal-Mülls aus Gorleben stockt, weil für die Untersuchung der ersten 9 Fässer ein Spezialbohrer fehlt
  • 23.06. das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) fordert von den 14 TurmbesetzerInnen Schadensersatz in Höhe von 126.901,10 DM für die Stillstandszeit
  • 27.07. die Sternfahrt mit Fahrrädern zum Umweltfestival in Magdeburg macht Station in Gorleben; 200 Jugendliche klettern über die Endlagermauern und machen einen Schachtbesuch
  • 10.08. die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die BLG wegen illegaler Atommüllagerung werden eingestellt
  • 13.08. 5 Transportbehälter mit schachradioaktivem Müll wurden eingelagert, nachdem 300 PolizistInnen etwa 100 SitzblockiererInnen abgeräumt haben
  • 06.-09.09. zu Beginn des Erörterungstermins für die Nutzungserweiterung des Zwischenlagers steigen ca. 15 Mänenr und Frauen der BLG aufs Dach; unter dem Motto 'abreißen statt erweitern' beginnen sie mit dem Abdecken der Dachziegel; die BI nimmt an der Erörterung nicht Teil (Alibiveranstaltung!)
  • 09.09. Ministerin Griefahn stoopt erneut die Erkundungsarbeiten in Gorleben, da eine Enteignung des Grafen von Bernstorff laut Gutachten nicht möglich ist
  • 11./12.09. CASTOR-HALLE-LUJA vor dem Zwischenlager; eine Blockade mit Podiumsdiskussion zu den Energiekonsensgesprächen; ein mittelalterlicher Rammbock wurde gebaut
  • 22.12. mehrere hundert UnterzeichnerInnen erklären sich in einer Zeitungsanzeige solidarisch mit den 14 TurmbesetzerInnen
  • 29.12. das Verwaltungsgericht Lüneburg äußert Zweifel an der Eilbedürftigkeit des Endlagerprojektes

© Forschungsprojekt Energiepolitik, Jürgen Sattari

 


Gorleben-Chronik Teil 2 (1994-1996)

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