1977
- 22.02. Standortverkündung durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten
Ernst Albrecht
- 12.03. Großkundgebung in Gorleben (20.000 TeilnehmerInnen)
- 17.10. Oberverwaltungsgericht Lüneburg verfügt Baustopp für das
AKW Brokdorf, der Weiterbau
des AKW wird an Entsorgungsnachweise gebunden
1978
1979
- Jan.: mobile Waldwache im Vorfeld erster Baugrunduntersuchungen
(Flachbohrungen)
- 14.03. Beginn der Bohrungen, Blockadeaktionen
- 19.03. Bauern blockieren die Bohrfahrzeuge in ihrem Depot
- 25. - 31.03. Treck nach Hannover; zeitgleich findet dort das
"internationale Gorleben-Symposium" statt
- 16.05. Ministerpräsident Albrecht lehnt den Bau einer
Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) ab,
hält aber an dem atomaren Endlager fest
- Sept.: massiver Polizeieinsatz zur Errichtung der ersten Tiefbohrstelle
(1003) für die 'Erkundung' des Salzstocks Gorleben-Rambow
1980
- 05.01. Beginn der ersten Tiefbohrung
- Ende Jan.: Errichtung des 2. Tiefbohrplatzes (1002)
- Ostern: Internationales Frauentreffen in Gorleben (5.000 Teilnehmerinnen)
- 03.05. Besetzung der Bohrstelle 1004, Errichtung eines Hüttendorfes
("Freie Republik Wendland")
- 04.06. gewaltsame Räumung von 1004, bundesweite Proteste
- Herbst: Gerüchte, daß in Gorleben ein Zwischenlager geplant sei,
verdichten sich
1981
- 28.01. Anhörung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
(PTB) zu den Zwischenlagern (Faßlager und Brennelement-Zwischenlager) in
Gorleben
- Apr.: Bundeskanzler Helmut Schmidt und Oppositionsführer Helmut Kohl
besuchen das Wendland und geben den Kommunalpolitikern Rückendeckung
- 26./27.05. Ratsentscheidung der Samtgemeinde Gartow zu den Zwischenlagern
zugunsten des Antrags der DWK, gekoppelt an ein Nein zur WAA
1982
- 27.01. Grenzbesetzung auf dem Gebiet der DDR als Protest gegen den
Baubeginn des Zwischenlagers
- April: Frauenblockade der Baustelle
- 04.09. Tanz auf dem Vulkan, Großkundgebung am Zwischenlager (10.000
TeilnehmerInnen), militante Auseinandersetzungen
- 01.11. die BI enthüllt Pläne zum Bau einer WAA in Dragahn
1983
- Jan.: Fußmarsch einer Abordnung verschiedener Widerstandsgruppen nach
Hannover, wo die Arche Wendland errichtet wird; der Kreistag entscheidet
mehrheitlich, daß die WAA gebaut werden soll
- 29.01. Ende des Fußmarsches; ca. 1.000 Menschen (überwiegend aus dem
Wendland) demonstrieren in Hannover
- 20.02. 300 Traktoren und 2.500 Lüchow-DannenbergerInnen demonstrieren in
Dragahn
- Mai: Besetzung des Bahnwärterhäuschens bei Dragahn, Störungen und
Behinderungen der Baugrunduntersuchungen
- 06.08. am Hiroshima-Tag demonstrieren ca. 2.000 Menschen in Dragahn gegen
zivile und militärische Nutzung der Atomenergie
1984
- März: Erörterungstermin zur Errichtung der WAA in Dragahn
- 24.03. Menschenkette von Hitzacker bis Clenze (12.000 TeilnehmerInnen)
- 30.04. Wendlandblockade, für 12 Stunden werden alle wichtigen
Zufahrtsstraßen nach Gorleben gesperrt
- 08.10. Tag X, erster Atommülltransport, danach andauernde Proteste und
Barrikaden auf den Straßen; unter den Fässern sind auch falsch deklarierte und
illegal verschobene Fässer (siehe Hanauer Uranskandal)
- Dez.: Gewerbeaufsichtsamt verfügt Einlagerungsstopp wegen Baumängel
1985
- 04.02. die DWK entscheidet, daß die WAA nicht in Dragahn sondern in
Wackersdorf gebaut werden soll
- 16.02. Sonderbusse aus Lüchow-Dannenberg fahren zur Großdemo nach
Wackersdorf
- 23.02. Aktionstag im Wendland, Enthüllung eines Mahnsteines
- August: das Brennelement-Zwischenlager bleibt gerichtlich blockiert
- Okt. nach einjährigem Einlagerungsstopp neue Atomtransporte zum Faßlager
in Gorleben; Behinderungsaktionen
1986
- 17.02. 500 Lüchow-DannenbergerInnen protestieren gegen Rodungen für die
Errichtung einer Abraum- und Salzhalde, die im Zusammenhang mit dem
Endlagerausbau aufgeschüttet werden soll
- Ende Apr.: die DWK stellt den Antrag zur Errichtung einer
Konditionierungsanlage (PKA)
in Gorleben
- 08./09.05. Endlagerspektakel in Gorleben (5.000 TeilnehmerInnen); Eltern
und Kinder fordern die Stillegung aller Atomanlagen in Ost und West
- 15.07. Biobauern besetzen das Kreishaus aus Protest gegen die Einstellung
der unentgeltlichen staatlichen Meßprogramme
- 18.09. Fest des "ersten Kübels" in Gorleben, das Abteufen des ersten
Schachtes zur Errichtung des Endlagers beginnt unter Protest
- Mitte Nov.: Staatsanwaltschaft Lüneburg erhebt Anklage gegen drei
AKW-Gegner aus dem Wendland, u.a. wegen der Bildung einer kriminellen
Vereinigung
1987
- 29.03. 40 Trecker und 1.000 DemonstrantInnen protestieren in Gorleben
gegen den geplanten Bau der PKA
- 12.05. Schwerer Unfall im Schacht 1 in Gorleben: ein Stahlring war
gebrochen und auf sechs Arbeiter gestürzt; ein Arbeiter starb
- 23.06. 20 AtomkraftgegnerInnen besetzen das Bergamt Celle, anschließend
fehlen wichtige Unterlagen, die belegen, daß der Unfall im Schacht fahrlässig
zustande kam. Durch die Strafanzeige der BI und der daraus resultierenden
staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen kommt es zum Baustopp für eineinhalb
Jahre
- 22.07. Die Initiative 60 demonstriert im Umweltministerium in Hannover für
einen Stop in Gorleben
- Okt.: das Widerstandscamp in Gedelitz hat in Gorleben einen
Beobachtungsturm gebaut, sie rechnen bald mit dem ersten Castor-Transport
1988
- Jan. - März: Einwendungsfrist gegen die PKA, der Sicherheitsbericht liegt
aus
- 21./22.01. 70 Bauern blockieren mit ihren Treckern für 2 Tage das
Zwischenlager. Die 'Blähfässer' sollen abtransportiert und das Lager
geschlossen werden
- 05.03. ca. 8.000 Menschen demonstrieren in Gorleben gegen die Atomanlagen
und für den Ausstieg aus der Atomenergie
- 18.03. der Grill/Licht-Bestechungsskandal
wird bekannt
- 27.03. der Kreuzweg für die Schöpfung von Wackersdorf zu Fuß nach Gorleben
beginnt mit ca. 600 Menschen
- 25.05. Erörterungstermin für die PKA in Gartow wird nach Tumulten vertagt
- 28.05. nach 63 Tagen erreicht der "Kreuzweg für die Schöpfung" von
Wackersdorf seinen Zielort Gorleben
- 02.07. nach 7 Verhandlungstagen wird der PKA-Erörterungstermin beendet
- 06.09. die PTB ordnet den Sofortvollzug für die Castor-Einlagerung in das
Gorlebener Zwischenlager an
- 07.09. der Landtag in Hannover (CDU/FDP-Mehrheit) stimmt dem Bau der PKA
in Gorleben zu
- 14.10. der erste leere Castor wird fast unbemerkt nach Gorleben
transportiert
- 25.10. gerichtlicher Baustop des Endlagerbergwerkes durch die Klage von
Graf von Bernstorff
1989
- 02.01. Gespräche über die Wiederaufnahme der Arbeiten an den
Endlager-Schächten haben begonnen
- 23.01. nach 20 Monaten Baustop wird weiter abgetäuft
- 22.02. 3 Stunden Streik am Lüchower Gymnasium, weil die Bezirksregierung
einen Informationstag zur Atomenergie verboten hat
- 26.02. mit einem Anti-Castor-Sonderzug kommen 200 DemonstrantInnen aus
Hamburg nach Dannenberg und fahren weiter nach Gorleben
- 28.02. das Verwaltungsgericht in Lüneburg stoppt wenige Stunden vor dem
geplanten Castor-Transport aus dem AKW Stade die geplante
Einlagerung in Gorleben; auch die Beschwerde der DWK wird vom
Oberverwaltungsgericht zurückgewiesen
- 15.03. der Projekttag 'Kernenergie' findet im Lüchower Gymnasium statt
- 13.04. Die
VEBA AG läutet
das Ende von Wackersdorf ein; Verhandlungen mit der COGEMA über eine Beteiligung an
der WAA in Frankreich
- 30.05. Baustop in Wackersdorf; endgültiges "Aus" für die WAA
- 01./02.07. Aktionswochenende: "Tag und Nacht gegen die PKA"
- 23.08. fünf leere Castor-Behälter werden zu Übungszwecken fast unbemerkt
nach Gorleben gebracht
- 07./08.10. Widerstandswochenende gegen die Europäisierung der
Atomwirtschaft in Gorleben; Errichtung einer Schutzhütte auf dem Boden des
Grafen von Bernstorff
- 18.12. der Gorlebener Gemeinderat stimmt mit 5:3 für den Bau der PKA
1990
- 10.01. im Schacht I wird in 256m Tiefe der Salzstock erreicht
- 31.01. die atomrechtliche Teilbaugenehmigung für die PKA wird von Hannover
erteilt; der Landkreis folgt mit der Baugenehmigung; die BI-Anwälte benatragen
beim OVG Lüneburg den sofortigen Baustopp
- 01.02. seit 5 Uhr morgens haben ca. 100 AKW-GegnerInnen den PKA-Wald
besetzt und mit dem Hüttenbau begonnen
- 03.02. ca. 5.000 Menschen aus Ost und West demonstrieren erstmals
gemeinsam in Gorleben gegen den Bau der PKA und gegen Atomenergie in Ost und
West
- 06.02. Räumung des Hüttendorfes und Baubeginn
- 19.02. ab 05.30 Uhr blockieren ca. 200 AtomkraftgegnerInnen die Zufahrten
zum Zwischenlager und der PKA-Baustelle; am Nachmittag werden sie sehr
gewalttätig vond er Polizei weggeräumt
- 08.03. das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision von drei Klägern
gegen das Endlagerbergwerk zurückgewiesen; es gibt keinen Baustop
- 10.03. Waldspaziergang um die PKA (250 TeilnehmerInnen); der Bauzaun wird
beschädigt
- 28.03. aus Protest gegen die Entscheidung des OVG-Lüneburg zum
PKA-Weiterbau ketten sich 15 Leute an die Tore des Zwischenlagers
- 17.04. Frühstücksblockade der BI wird abgeräumt
- 06.05. mit Hilfe von Leitern und Treppen waren 50 AKW-GegenerInnen über
die Sicherungsanlagen der PKA-Baustelle geklettert
- 07.05. ab diesem Montag finden jeden Montag Blockaden vor den Atomanlagen
unter wechselndem Motto statt
- 13.05. Landtagswahlen; im Wahlbereich Lüchow-Dannenberg gewinnt der
CDU-Kandidat
Grill
- 12.06. Umweltministerin Monika Griefahn und Hannes
Kempmann (Die Grünen) erklären auf einer Veranstaltung in Gorleben die
niedersächsische Vorstellung vom Atomausstieg; die BI bleibt skeptisch
- 21./22.06. 14 Leute besetzen die beiden Endlagerschächte in Gorleben aus
Anlaß des Regierungsantritts in Hannover; die Bergbauarbeiten werden
tatsächlich eingestellt, aber Gerhard Schröder löst in
Hannover sein Versprechen zum dauerhaften Gorlebenstop nicht ein
- 23.06. ca. 70 AtomkraftgegnerInnen beginnen in Gorleben mit Hammer und
Meißel den Abbruch der Endlagermauer unter dem Motto 'irgendwann fällt jede
Mauer', als die Polizei nach einer halben Stunde kommt, ist bereits alles
vorbei
- 06.08. das staatliche Gewerbeaufsichtsamt hebt die Beschlagnahmung der
1.290 in Gorleben lagernden Atommüllfässer auf; sie können jetzt zur
Untersuchung nach
Karlsruhe
gebracht werden
- 29.08. die Sonderkommission aus 40 Kripobeamten hat ihre Arbeit in
Lüchow-Dannenberg ergebnislos eingestellt; AtomkraftgegnerInnen wurden
monatelang beobachtet, abgehört und über 2.000 Personen überprüft; der
Verdacht der 'Bildung einer kriminellen Vereinigung' konnte nicht erhärtet
werden
- 03.-05.09. mit einer 3-tägigen Abschlußblockade enden die seit Mai
regelmäßig stattfindenden Montagsblockaden. Zweimal wird dabei von der Polizei
geräumt; allerdings gerät die Polizei in Schwierigkeiten, als 600 Schafe die
Blockade für einige Stunden verstärken
- 06.09. 27 von 1.290 illegalen Fässern sind zum Abtransport geprüft und
sollen abtransportiert werden
- 28.09. nach langem juristischen Streit reißt der Landkreis die auf dem
Boden des Grafen von Bernstorff errichtete Schutzhütte ab
- 07.10. die Abtäufarbeiten in den Endlagerschächten werden eingestellt, es
liegt keine gültige Genehmigung mehr vor, da 5 BürgerInnen Widerspruch
eingelegt haben; die Landesregierung weigert sich, Sofortvollzug anzuordnen
- 15.10. eine Blockade des Endlagers soll dem Baustop nachhelfen,d a dort
ohne Rechtsgrundlage weitergearbeitet wird; Gerhard Schröder und Monika
Griefahn verkünden am Abend in Gorleben ihre Ausstiegspläne für Gorleben
- 11.11. zusammen mit 300 Ärzten, die bundesweit in der IPPNW organisiert
sind, demonstrieren in Gorleben ca. 800 Menschen gegen die Nutzung der
Atomenergie
- 06.12. mit verkleideten Nikoläusen findet eine Blockade vor den
Atomzufahrten statt
1991
- 06.02. zum Jahrestag der PKA-Hüttendorfräumung besetzen 22
AtomkraftgegnerInnen die PKA-Baustelle
- 20.02. das Verwaltungsgericht Lüneburg hebt den Baustop für das
Endlagererkundungsbergwerk auf
- 06.03. das niedersächsische Umweltministerium erteilt den neuen
Hauptbetriebsplan für das Erkundungsbergwerk und ordnet die Einstellung der
Arbeiten wegen fehlender Salzlagerstätte an
- 19.03. bei einem Unfall im Schacht werden zwei Arbeiter verletzt
- 25.04. das Umweltministerium ordnet über das Bergamt Celle den sofortigen
Stop der Arbeiten am Endlagerbergwerk an; das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
zieht dagegen vor Gericht
- 14.06. drei Container, die auf dem Weg von Mol (Belgien) nach Belgien sind,
werden vom Land Niedersachsen gestoppt und in der Lüchower Polizeikaserne
untergestellt. Währenddessen blockierten ca. 200 DemonstrantInnen mit Treckern
die Zufahrten in Gorleben
- 16.06. mit einer Weisung zwingt Bundesumweltminister
Klaus Töpfer das
niedersächsische Umweltministerium zum Weitertransport der Container
- 18.06. mit brutalster polizeigewalt werden die Gorleben-Blockaden
abgeräumt und die Container im Zwischenlager eingelagert
- 16.07. obwohl das Verwaltungsgericht Lüneburg die Klagen gegen die
Gorlebener Rahmenbetriebspläne abweist, wird nicht weitergearbeitet, weil das
Land nach wie vor die Zustimmung verweigert
- 04.09. mit zahlreichen Blockaden vor den Toren und auf den Zufahrtswegen
zur PKA-Baustelle versuchen AtomkraftgegnerInnen vergeblich die zahlreich
anrollenden Betonmischer zu stoppen
- 06.10. bei der Kommunalwahl verliert die CDU ihre absolute Mehrheit im
Kreistag
- 15.11. das Verwaltungsgericht Stade bestätigt die Dringlichkeit der
Salzstockuntersuchung in seiner schriftlichen Urteilsbegründung vom 16.07.
1992
- 02.01. Laugenzuflüsse in Schacht I stellen erneut die Eignung des
Salzstockes in Frage
- 05.02. die neue Kreistagsmehrheit beschließt eine Resolution zu Gorleben,
in der PKA, Endlager und Zwischenlager gestoppt und abgebrochen werden sollen
- 12.05. die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen der illegalen
Einlagerung von Mol-Müll 1987 sind eingestellt worden
- 11.06. die
Brennelementlager
Gorleben GmbH will das Castor-Lager mit mehr Aktivität und mehr Behältern
füllen und beantragt dafür eine erweiterte Genehmigung
- 23.06. der letzte der TurmbesetzerInnenprozesse endete wie die vorherigen
mit einer Verfahrenseinstellung gegen Zahlung einer Geldbuße
- 08.07. es beginnt die Auslagerung von 1.290 Fässern; sie sollen in
Duisburg untersucht werden
- 28.08. das Umweltministerium Niedersachsen behauptet, da die
Standsicherheit der Schächte in Gorleben durch die Laugenzuflüsse nicht
beeinträchtigt wird
- 08.09. das Umweltministerium Niedersachsen fordert eine
Umweltverträglichkeitsprüfung für das Erkundungsbergwerk, vorher dürfe nicht
weitergetäuft werden; die
Deutsche
Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE)
droht erneut mit Klage
- 19.10. das Gorlbener Zwischenlager soll erweitert werden und der
Gorlebener Gemeinderat stimmt mit 4:3 Stimmen zu
- 23.10. Ministerin Griefahn lehnt weitere Zwischenlager in Gorleben ab
- 20.11. in Gartow eröffnet Ministerin Griefahn die Informationsstelle
Gorleben
- 14.12. zur tatsächlichen Öffnung der Informationsstelle Gorleben erhält
Ministerin Griefahn einen kleine Castor-Behälter überreicht; der Verladekran
bei Dannenberg wird besetzt
- 16.12. wegen der Blockade des Zwischenlagers werden 6 auf dem Weg von
Karlsruhe nach Gorleben befindliche "Mosaikbehälter" gestoppt und im
AKW Esenshamm versteckt
- 18.12. mit ca. 300 Traktoren blockieren und protestieren die Bauern
anläßlich der Eröffnung der Dömitzer Brücke gegen Atommüll und Gattabkommen
1993
- 01.01. ca. 300 DemonstrantInnen übersteigen anläßlich eines
Neujahrsempfanges am Endlager die Mauer mit Hilfe einer Holztreppe; das
Bergwerksgelände wird für die nachatomare Nutzung neu verplant
- 10.01. in Schacht I wird in 345 m Tiefe mit dem festen Schachtausbau
begonnen
- 19.01. mit massivem Polizeiaufgebot werden die beiden seit Dezember
versteckten Atommüllcontainer nach Gorleben gebracht; etwa 800 PolizistInnen
beseitigen die Barrikaden und räumen die 500 SitzblockiererInnen ab
- 30.03. aus Protest gegen die Pläne zur Erweiterung des Zwischenlagers
mauern 40 DemonstrantInnen das Tor des Zwischenlagers zu
- 31.03. der Gartower Samtgemeinderat erhebt Einwendung gegen die geplante
Zwischenlagererweiterung
- 07.04. die Auslagerung des Skandal-Mülls aus Gorleben stockt, weil für die
Untersuchung der ersten 9 Fässer ein Spezialbohrer fehlt
- 23.06. das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) fordert von den 14
TurmbesetzerInnen Schadensersatz in Höhe von 126.901,10 DM für die
Stillstandszeit
- 27.07. die Sternfahrt mit Fahrrädern zum Umweltfestival in Magdeburg macht
Station in Gorleben; 200 Jugendliche klettern über die Endlagermauern und
machen einen Schachtbesuch
- 10.08. die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die BLG wegen
illegaler Atommüllagerung werden eingestellt
- 13.08. 5 Transportbehälter mit schachradioaktivem Müll wurden eingelagert,
nachdem 300 PolizistInnen etwa 100 SitzblockiererInnen abgeräumt haben
- 06.-09.09. zu Beginn des Erörterungstermins für die Nutzungserweiterung
des Zwischenlagers steigen ca. 15 Mänenr und Frauen der BLG aufs Dach; unter
dem Motto 'abreißen statt erweitern' beginnen sie mit dem Abdecken der
Dachziegel; die BI nimmt an der Erörterung nicht Teil (Alibiveranstaltung!)
- 09.09. Ministerin Griefahn stoopt erneut die Erkundungsarbeiten in
Gorleben, da eine Enteignung des Grafen von Bernstorff laut Gutachten nicht
möglich ist
- 11./12.09. CASTOR-HALLE-LUJA vor dem Zwischenlager; eine Blockade mit
Podiumsdiskussion zu den Energiekonsensgesprächen; ein
mittelalterlicher Rammbock wurde gebaut
- 22.12. mehrere hundert UnterzeichnerInnen erklären sich in einer
Zeitungsanzeige solidarisch mit den 14 TurmbesetzerInnen
- 29.12. das Verwaltungsgericht Lüneburg äußert Zweifel an der
Eilbedürftigkeit des Endlagerprojektes
©
Forschungsprojekt Energiepolitik, Jürgen Sattari
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